GAF
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Kommende Ausstellung
»The Verdict: The Christina Boyer Case«
Jan Banning
Ausstellungseröffnung am Mittwoch, den 27. März, 19:00 Uhr
Ausstellung vom 28. März bis 28. April, Do. - So. 12 bis 18 Uhr geöffnet
»The Verdict: The Christina Boyer Case« ist eine vielschichtige Fallstudie der USA-Strafjustiz. Darin taucht der Fotograf und Künstler Jan Banning in einen drei Jahrzehnte alten Mordfall in Georgia ein. Am 14. April 1992 wurde die 22-jährige Christina Boyer verhaftet, weil sie ihre Kleinkindtochter Amber getötet haben soll und zu lebenslanger Haft verurteilt wurde.

Das Buch präsentiert die Ergebnisse seiner umfangreichen und jahrelangen Forschung. Banning kombiniert dokumentarische und inszenierte Fotos mit einem brillanten und detaillierten Essay und bietet einen außergewöhnlich intensiven Bericht über die Ereignisse rund um Christina Boyers Verurteilung nach dem Tod ihrer kleinen Tochter.

Im erstaunlichen Details beschreibt Jan Banning die kritischen Interpretationen renommierter medizinischer Experten, kritisiert die Rolle der Medien und gibt seine eigene visuelle Interpretation von Elementen der Geschichte. Das Bild erhält zusätzliche Breite und Tiefe durch Bannings Entscheidung, Christina Boyer einzuladen, ihren eigenen Beitrag zu dem Projekt zu leisten, indem sie ihm zum Beispiel erlaubt, Seiten aus ihren Tagebüchern zu teilen. Darüber hinaus beschreibt sie Assoziationen, die Bannings Fotos des Südens in ihr hervorrufen. Dies gibt dem Leser/Beobachter Einblick in ihre innere Welt und zeigt, wie lebenslange Haft die Wahrnehmung der visuellen Welt beeinflusst.

Stilistisch enthält das Projekt, das auch als Buch veröffentlicht wurde, Verweise auf den Film Noir, romantische Landschaften des 19. Jahrhunderts und Vanitas-Stilleben des 17. Jahrhunderts. Es wirft tiefe Fragen über Objektivismus versus Subjektivismus. Am Ende wird das Publikum herausgefordert, für sich selbst zu urteilen. Die Gesamtheit der gesammelten künstlerischen visuellen Interpretationen und Dokumentationen, von denen wir auf Grund der Größe der GAF nur einen Ausschnitt zeigen können, präsentiert eine große politische Geschichte auf einzigartige Weise.

»Seit Jahrzehnten bewundere ich Jan Bannings sozial fokussierte und einnehmende Porträtprojekte zu niederen Berufen und sonst ignorierten menschlichen Bedingungen. Untypischerweise begann er nach seinen respektvollen Porträts der Insassen des Pulaski Frauengefängnisses ein neues Projekt über eine Insassin, Christina Boyer. Ihr herzzerreißender Fall ärgert mich, kam aber nicht überraschend. Als Kind, Ehefrau und jetzt Gefangene belästige und jetzt Gefangene belästige sie sich eine von Tausenden von Frauen ohne Ressourcen, die nicht geglaubt, unzureichende Verteidigung hatten und härter beurteilt wurden als der Mann, der in diesem Fall einzig schuldig war, aber jetzt aus dem Gefängnis ist. Ich möchte, dass sie begnadigt wird und die Hilfe erhält, die sie nicht erhalten hat, als sie anfängt, ihr Leben wieder aufzubauen. Dieses bewegende Buch verlangt, was für Christina getan werden sollte und was getan werden sollte.«

Anne Wilkes Tucker Kuratorin Emerita of Photography, Museum of Fine Arts, Houston

Banning wurde in den Niederlanden von niederländischen Eltern geboren. Er studierte Sozial- und Wirtschaftsgeschichte an der Radboud-Universität Nijmegen und arbeitet seit 1981 als Fotograf. Ein zentrales Thema von Bannings Praxis ist die Staatsmacht, zu der er Serien über die langfristigen Folgen des Krieges und die Welt der Regierungsbürokratie produziert hat. Sein Werk »Bürokraten« gehört zu den erfolgreichsten Arbeiten eines holländischen Fotografen.

Seine Wurzeln aus der Herkunft in indonesien drücken sich in seiner Themenwahl aus, wie z.B. über indonesische Frauen, die während des Zweiten Weltkriegs in den Comfort Women zu Prostituierten für die japanische Armee gezwungen wurden; oder ehemalige Zwangsarbeiter in Südostasien während der gleichen Zeit in Traces of War: Survivors of the Burma and Sumatra Railways; auch die Rückführung der niederländischen Molkunden-Scheien. Sein Geschichtsstudium spiegelt sich in den historischen Komponenten seines Themas wider und seine akademische Ausbildung wird in seinem Ziel ausgedrückt, fundierte intellektuelle Grundlagen für seine Projekte auf der Grundlage einer gründlichen Voruntersuchung zu erreichen.



Galerie für Fotografie in der Eisfabrik (GAF)
Seilerstraße 15d
30171 Hannover
Der Eintritt ist frei.
Telefon: 0511-89977313
E-Mail: galerie@gafeisfabrik.de